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Sommerarbeit im Weingarten

Nach dem Rebschnitt, der ja bereits nur eine beschränkte Anzahl möglicher Trauben am Stock zulässt, muss bei gutem Fruchtansatz weiter ausgedünnt werden. Im Anschluss an die Rebblüte heißt also Sommerarbeit vor allem Grünarbeit. Die Beeren haben inzwischen etwa Erbsengröße erreicht.  Auf Grund des heißen und trockenen Junis blieben sie noch etwas kleiner. Zur Optimierung des Ertrages werden bei gutem Fruchtansatz die Trauben „geteilt“ (siehe Foto). Hierbei wird bis zur Hälfte der Traube mit der Rebschere vorsichtig weggeschnitten. Die Arbeit sollte nicht zu früh stattfinden, da sonst die Rebe den Verlust mit größeren Beeren kompensieren würde, nicht zu spät wenn schon Saft austreten könnte und bevor der Stock zu viel Energie an diese Beerenteile verloren hätte.
 
Auch mit dem Ausbrechen der Geiztriebe (=später aus den Blattachseln wachsende, schwächere Triebe, mit ev. kleineren und zu spät reifenden Trauben)  sollten wir vielleicht noch diese Woche in den Top-Lagen (Heiligenstein, Vincent Spiegel, Lamm, Käferberg) fertig werden.
 
Der heiße, niederschlagsarme Juni gefährdete vor allem die Junganlagen auf den Gesteinsböden durch Trockenstress. Mit Wasserlieferungen konnten wir schlimmere Ausfälle verhindern. Nun hat in der zweiten Juliwoche um Langenlois ein ausgiebiger Gewitterregen (mit je nach Lage 30-40l) den Reben Erleichterung verschafft. Auch vom Hagel wurden wir bis dato verschont. Somit zeigen sich die Weingärten in guter Verfassung und wir können nach einer hoffentlich ruhigeren Phase im August, die wir im Keller zum Füllen der „Ersten Lagen“ benötigen, die Lesevorbereitungen mit Zuversicht angehen.