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Aktuelles

Ausgabe Frühjahr 2012

 

Die Rebstöcke wachsen in der berühmten Lage Zöbinger Heiligenstein, geologisch etwa 270 Millionen Jahre alt und aus der Perm-Zeit stammend. 

Vinaria verkostete exklusiv mit Willi Bründlmayer und Kellermeister Sepp Knorr 14 Jahrgänge Lyra, von 2010 bis 1997.

Die sogenannte „Lyra-Erziehung“ teilt die Rebsprösslinge über dem Stamm derart, dass sich diese wie zwei die Sonne anbetende Arme zum Himmel strecken. Dadurch wird die belichtete und belüftete Blattoberfläche im Verhältnis zum Stock verdoppelt. In der Hitze werden die Trauben derart vor dem gefürchteten Sonnenbrand geschützt. Bei Feuchtigkeit wiederum trocknen die belüfteten Blätter schneller ab und minimieren die Mehltau-Gefahr. Der Boden am Heiligenstein weist perfekte Hangneigung auf und besteht aus Wüstensandstein mit vulkanischen Bestandteilen. Das Gestein ist brüchig, die Wurzeln der Rebstöcke dringen daher leichter in die Tiefe.

In Österreich ist dies die einzige Sandsteinlage für große Rieslinge. Der Riesling „Lyra“ braucht ein paar Jahre Reife und im Glas viel Luft. Die Weine sind extrem langlebig und werden in der Regel ohne Botrytis ausgebaut. Das macht Lyra klar und präzise, bringt kaum Reifetöne.

Bei der Vertikale hat sich gezeigt, dass sich diese Weine gerade aus schwierigen Jahrgängen in Topform präsentieren. 

Das Weingut Bründlmayer besitzt in dieser exklusiven Lage 12 Hektar, wovon 10,6 Hektar mit Riesling bepflanzt sind. (Rest: Cabernet Sauvignon). Der Ertrag bewegt sich meist bei 2000 bis 3000 Liter pro Hektar.

Einige Beispiele

Lyra 2009

Tolle Nase, betörend und vielschichtig, dicht, reife Früchte, von Akazienblüten bis Melonen. Komplex, voller Extrakt, engmaschige Struktur, füllig, langer mineralischer Abgang.

Lyra 2006

Eine Wucht! Reif in Nase und am Gaumen, cremig, tolles Extrakt, Exotik pur. Reife Marillen und Birnen, Pfirsich, Holunder, trotzdem schöne Mineralik, endloser Abgang. Groß!

Lyra 2003

Extrem heißer Jahrgang, trotzdem ohne Botrytis und nur aus gesunden Beeren. Breites Aromenspiel in der Nase, füllig und schmelzig am Gaumen, dicht, extraktreich, ein Feuerwerk an Früchten, von der Mango bis zum Pfirsich. Kraft, Tiefe und Druck, langer Abgang.

Lyra 1999

Präsentierte sich noch jung, straff und klar, fast „staubtrocken“. Wunderbare Struktur, tolle Mineralik. Tiefe, schöne Frucht-Säure-Kombination. Der höhere Alkoholgehalt ist kaum spürbar, optimal eingebunden. Reife  Zitrusfrüchte, exotisch.

Lyra 1998

Die Überraschung der Verkostung! Etwas Botrytis (im an sich von Botrytis überbordenden Jahrgang), eine Explosion schon in der Nase, ein Feuerwerk an Aromen am Gaumen, Exotik pur, überreife Grapefruit. Dicht, füllig, perfekt, offenbar auch eine „singende“ Flasche. Trotzdem noch jugendlich mit nach wie vor großem Potenzial.

Lyra 1997

Füllige Nase mit schönem Aromenspiegel, cremig und schmelzig am Gaumen, extraktreich und kraftvoll, schön balanciert und ausgewogen, Tiefe und langer Abgang. Ein großer Wein aus einem großen Jahrgang.