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Freude, wenn die Reben Weinen
Der Rebschnitt ist endlich abgeschlossen. Nach einem sehr langen, schneereichen Winter erwachen die Weinreben aus Ihrer Ruhephase.
Vor dem Austrieb wird zuerst das „Transportsystem des Weinstocks“ reaktiviert. Der Spaziergänger kann dies im Weingarten deutlich beobachten. An den frischen Schnittstellen, die noch nicht vernarbt sind, beginnt der Weinstock zu „bluten“, das heißt, die Rebe zieht bereits aus den gut durchfeuchteten Böden Nährstoffe bis in die Spitzen der Zweige und fördert die Entwicklung der bereits im Vorjahr angelegten Knospen. Man nennt dies das „Weinen“ der Reben, weil im aktivsten Moment tatsächlich große Tropfen zu Boden fallen.
Die Kraft der aufsteigenden Flüssigkeit bringt die Knospen zum Schwellen. Wenn das Wetter freundlich bleibt, dürfen wir den Austrieb bald erwarten. Davor muß man aber die Haupttriebe noch "Anbinden" an die bereits überprüften Drahtrahmen, die der jeweiligen Reberziehung die Grundform geben.... alle Triebe auf ungefähr gleicher Höhe.
Die ideale Höhe für die angebundenen Triebe und damit automatisch später die Höhe der Trauben ca. 60cm .... möglichst Nahe am Boden aber doch weit genug in der Luft, damit nicht später die Trauben von der, von den Sommergewittern hochgeworfenen Erde beschmutzt werden. |