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Weintagebuch

Explosionsartiger Austrieb

24. April 2018

Kaum eine Periode der Weinwerdung weckt mehr Gefühle urtümlicher Kraft und Begeisterung wie der Austrieb.

Nach dem „Tränen“ der Reben, wenn Saft von den geschnittenen Reben sinnlos zur Erde tropft, wertvolle Reservestoffe verbraucht werden, sammelt sich endlich die ganze Kraft, die schwellenden Knospen brechen durch und der Austrieb beginnt.
Soweit wir uns erinnern können, fand der Austrieb noch nie so explosionsartig statt wie heuer.

Zuerst werden, noch in der schützenden Wolle versteckt, die Triebspitzen sichtbar, dann allmählich die Blättchen und zuletzt die kleinen Trauben, das erste Versprechen der neuen Ernte.

Gleichzeitig mit dem Austrieb entsteht ein Pflegebedarf: So wie der Gärtner oder Förster allzu dicht stehende Pflänzchen „vereinzelt“, soll der qualitätsbedachte Winzer Doppeltriebe, oder zu dicht aneinander stehende Triebe, entfernen, so, dass pro Meter zukünftiger Laubwand ungefähr 10 Weinreben nach oben wachsen.
Auf diese Weise wird erreicht, dass der Platz an der Sonne einerseits ausgenützt wird, die Reben sich aber nicht gegenseitig beschatten. Eine zu dichte Laubwand würde nicht nur zu schlechter Traubenqualität führen, sondern auch Pilzerkrankungen begünstigen