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Weingut

Weinkeller

Zwischen September und Dezember wird Weingarten für Weingarten gelesen, oft in zwei bis drei Durchgängen, um gesunde Beeren von überreifen, bereits schrumpfenden Traubenteilen zu trennen und so möglichst subtile und authentische Weine zu erzielen. Die Trauben werden per Hand gepflückt, in kleine Kistchen gelegt, und auf schnellstem Weg in den Keller gebracht. Es wird ganz schonend gepresst: mit jeweils nur 1 Bar entspricht die Extraktionskraft einem mittelfesten Händedruck unter Freunden. Die Lesekistchen werden nach jedem Arbeitsgang sofort mit frischem Brunnenwasser gereinigt.

Im Keller – wie in allen anderen Bereichen – herrscht absolute Sauberkeit, das ist entscheidend für die Reintönigkeit der Weine. Zur Erhaltung des Aromas werden die Moste kühl aber nicht kalt in Stahl oder Holz vergoren. Der Ausbau erfolgt in einem ideal klimatisierten Erdkeller mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Weine bleiben je nach Sorte 3 bis 18 Monate im Fass, Sektreserven manchmal einige Jahre.

Der Bründlmayer Keller ist nach dem Prinzip der Vertikalität angelegt: Ganz oben erzeugen photovoltaische Elemente den benötigten Strom. Darunter befindet sich die Traubenannahme mit den Pressen, eine Etage tiefer der Gärkeller und nochmals viele Meter unter der Erde der Reifekeller. Der Höhenunterschied hilft, das für feinste Weine traumatisierende Pumpen zu vermeiden. Die Gravitation bringt Trauben, Saft und Wein von oben nach unten, erst in den Gär- und dann in den Reifekeller. Noch tiefer, unter den Grundfesten, liegen die Leitungen zur Nutzung der Erdwärme. Eine Wärmepumpenheizung, direkte Kühlung mit Brunnenwasser und die Sonnenenergie sorgen für eine besonders umweltfreundliche Energiebilanz. Die gesamte Kellerwirtschaft ist ISO 22 000 zertifiziert.

Der Sekt

In den ersten Septemberwochen werden perfekte Trauben für den Sektgrundwein gelesen. Diese sollen nicht zu süß, die Säure frisch und lebendig aber nicht aggressiv sein. Nach der Vergärung wird eine Cuvée für den Bründlmayer Sekt zusammengestellt, der charmante Brut Rosé und der besonders trockene, finessenreiche Extra Brut ergänzen das Sortiment. Aus einem besonderen Jahr mit Idealbedingungen für den Grundwein kann auch ein Jahrgangs-Sekt entstehen. Alle Arbeitsschritte werden im Bründlmayer-Keller in handwerklicher Praxis getätigt. Für das Abrütteln stehen manuelle Rüttelpulte zur Verfügung. Am Rückenetikett wird jeweils das Degorgierdatum vermerkt. Idealer Trinkzeitpunkt ist 6–36 Monate nach dem Degorgieren.

Der Bründlmayer Brut besitzt die Cremigkeit und Eleganz, die ihn mit besten Jahrgangschampagnern ebenbürtig erscheinen lassen. Vielleicht der beste Sekt im deutschsprachigen Raum ...
Stuart Pigott „The Good Sekt Guide“

Malolaktische Gärung - Ja oder nein?

Die Frage, ob malolaktische Gärung ja oder nein, beantwortet Willi Bründlmayer folgendermaßen:

„Beim Grünen Veltliner und Riesling sollen Frische und Frucht erhalten werden und diesbezüglich ist die Säure ein wichtiger Bestandteil. Nur dort, wo Tiefe und Wärme wichtiger sind als Frische und Frucht, also beim Rotwein, bei einigen Jahrgängen beim Chardonnay sowie beim Sektgrundwein wird der biologische Säureabbau durchgeführt.
Beim Sekt bringt die Kohlensäure die prickelnde Frische, ein etwas weicherer, warmer Grundwein erzeugt ein interessantes Spannungsfeld zwischen Frische und Wärme, ergibt einen Kontrast, der zu einem komplexen Geschmack führt“.

Die Lagerung – Entspannte Reifung

Die Weine bleiben je nach Sorte 6 bis 36 Monate im Fass. Nach dem Abfüllen werden die Flaschen für einige Zeit stehend gelagert. Die Korken haben so die Gelegenheit, sich wieder – noch ohne Kontakt mit dem Wein – zu entspannen, das Korkrisiko wird dadurch minimiert.

Ein weiterer sehr wesentlicher Qualitätsfaktor ist die Bekömmlichkeit. Um diese zu erreichen, wird eine umweltschonende Bewirtschaftung der Weingärten bevorzugt, Sauberkeit in allen Bereichen der Kellerarbeit gehalten und die Gärungskohlensäure erhalten, weil sie von vornherein im Wein vorhanden ist und ein angenehmes, natürliches und bekömmliches Konservierungsmittel darstellt. An die Gärungskohlensäure sind darüber hinaus noch zahlreiche, wertvolle Bestandteile des Weins gebunden, die so erhalten bleiben.

Die Vinothek als Gedächtnis des Weinguts

Seit 1947 werden die wertvollsten Weine jedes Jahrgangs in der 700 Jahre alten Vinothek archiviert. Intensive interne Verkostungen alter und jüngerer Jahrgänge ermöglichen die intime Bekanntschaft mit Lagen, Jahrgängen und Ausbaustilen.

Mit jedem unserer Weine halten wir ein Stück Identität in Händen, Zeugnisse eines erfüllenden Verhältnisses von Mensch und Natur zur gegebenen Zeit.

Über die Jahre betrachtet, wurde Willi Bründlmayer zum wohl besten unter nicht wenigen sehr, sehr guten österreichischen Weinmachern.
Erich Grasdorf „Neue Zürcher Zeitung“