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Weintagebuch

Durchhalten im Finale!

23. Oktober 2017

Wie angesagt, hat das Wetter weiter gehalten, wobei die Morgennebel immer zäher werden! Und auch wir müssen noch ein wenig durchhalten!

Roter Nachzügler
Zunächst kam der Cabernet Franc von den LYRA-Anlagen am Heiligenstein gesund und mit perfekter Gradation ins Presshaus. Er liegt nun als Nachzügler im Gärständer auf der Maische, während Zweigelt, Pinot Noir und der Merlot, die bereits abgepresst wurden, in verschiedenen Gebinden reifen dürfen.

Muskateller vom Rosenhügel
Die bei uns meist sehr spät gelesenen aber strengstens selektionierten Muskateller Trauben vom Rosenhügel versprechen nach 2015 wieder einen erstklassigen, vollreifen, aromatischen, trockenen Wein.

Die Herausforderung sehen wir hier, Dichte und Aroma mit Eleganz und Frische zu verbinden, um, wenn möglich im Gegensatz zu vielen leichten, frischen aber oft früh vergänglichen Muskatellern, ein Beispiel an Komplexität und Reifepotential zu schaffen.

Alte Reben gären gut!
Die letzten milden Herbsttage widmen wir den Weingärten mit alten Grüner Veltliner Rebstöcken. In vielen Lagen war im Sommer für „Alte Reben“ die aufwändige Traubenteilung vorgenommen worden, das heißt, ca. ein Drittel bis die Hälfte von jeder jungen Traube am Stock wurde abgeschnitten. Dies ermöglicht höhere Reife und einen lockeren Behang, der gut durchlüftet und abtrocknet, und damit gesund bleibt.

Wo dies nicht angebracht schien, haben wir bereits Anfang Oktober vorgelesen und die Traubenzone entblättert. Das hilft auch zur Abtrocknung bei den kleinen Schauern im Herbst. Außerdem hat die Traube so keine Kontaktstellen mit Blättern, wo sich eventuell Krankheiten einnisten könnten. Das Resultat sind auch hier gesunde Trauben mit hoher physiologischer Reife (schwarzbraune Kerne, fast durchwegs verholzte Stilgerüste) und einem feinen, intensiv fruchtig-würzigen und süßen Geschmack.

Derzeit sind wir auch mit dem (meist spontanen) Gärverlauf der „alten Reben“ sehr zufrieden.

Finale im Spiegel
Wie viele der älteren Anlagen, so zeigte sich uns auch am Donnerstag Vincents Spiegel! Die Stöcke waren hier noch aktiver gewesen und hatten mehr Blattmasse, darum haben wir damit von allen „Ersten Lagen“ am längsten zugewartet. Zwischen 90-95 Öchsle frei von Botrytis zeigen, dass sich auch hier das Traubenteilen gelohnt hat.

Süß ist nicht alles…
… Die Edelfäule muss auch auf Sauberkeit hin selektierbar sein: 2017 war‘s bei uns nicht der Fall, und auch der Appetit der Vögel hat uns diesmal von einer Süßweinlese absehen lassen. Wir wollen nur dann Auslesen, Beerenauslesen und im Idealfall eine TBA keltern, wenn das Material den hohen Ansprüchen gerecht werden kann – so wie es der Jahrgang 2013 möglich machte – hier reifen wahre Schätze auf der Flasche!