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Weintagebuch

Zielgerade

31. Oktober 2011

Der Geschmack der Trauben hat sich jetzt eindeutig verändert.

Die direkte Frische ist weg, eine beinahe dekadente Süße und Würze dominiert. In den Beeren sind Veränderungen vorweggenommen, die sonst erst im Wein stattfinden. Die Kälte hat die Säure in den Weinbeeren reduziert, ein Vorgang, der sonst im Winter im Weinkeller stattfinden würde. Die Stielgerüste sind jetzt sehr labil, ein stärkerer Windstoß genügt und schon liegen einzelne Beeren oder ganze Trauben am Boden. Gegenüber einer Weinlese im September ist die Erntemenge pro Hektar jetzt stark reduziert... zu Boden fallende Beeren, Verdunstung, die lieben Tiere, Vögel, Rehe und Wildschweine, wandernde und naschende Touristen, alles reduziert die Erntemenge. Die Qualität der zuletzt geernteten Trauben wird aber dann vermutlich die beste sein.

Im Moment probieren wir mit großer Begeisterung vergleichbare Jahrgänge aus der Vergangenheit - zuletzt mit dem älsässischen Käsemeister Bernard Antony im Heurigenhof: 2003, 2000, 1997, 1994, 1992, 1971, alles Jahrgänge, die eine gewisse Vergleichbarkeit haben - alles "Jahrhundertjahrgänge".

Die beste Garantie für Reifefähigkeit sind geschmackvolle, nicht überhastig geerntete reife und gesunde Trauben, die vollkommen schonend und qualitätserhaltend verarbeitet wurden.
Ein perfekter Keller mit gleichmäßig kühler Temperatur ist allerdings unbedingt notwendig für die Reifung bei gleichzeitiger Fruchterhaltung.

Die Fotos stammen diesmal nicht von Willi oder Edwige Bründlmayer, sondern von Freund, Fotograf und Musiker Johnny Schütten.