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Weintagebuch

Endstation Sehnsucht

7. November 2011

Der Jahrgang knüpft an die Tradition der außergewöhnlich reifen Jahrgänge 2006, 2003, 1997, 1992, 1983, 1971, 1959... an. Diese Jahrgänge werden häufig kurzfristig kritisiert wegen ihrer niedrigeren Säure und breiterem Charakter. Tatsächlich stammen aus diesen Jahrgängen viele der großen Gewächse unseres Kellers.

Ein Riesling Heiligenstein 1959 mit nur 5g/Liter Säure (!) konnte sich vor kurzem bei einer Vertikalverkostung noch immer von seiner besten Seite zeigen. Es ist nicht nur die Säure, die dem Wein die Frische erhält - viel mehr ist es ein Zusammenspiel von hunderten, wenn nicht tausenden Komponenten, ein Zusammenspiel, das in aller Regel das schönste Ergebnis bringt, wenn die Trauben reif sind und lange Zeit im Weingarten verbracht haben. Sowohl spät geerntete, noch immer unreife Trauben, als auch früh geerntete, reife Trauben ergeben unbefriedigende Ergebnisse. Das Ziel ist, herausragende, Begeisterung erweckende Weine zu bekommen.

Eine zeitlich langgestreckte Handlese ermöglichte es, von einfachen, fröhlichen, frischen, leichten Weinen bis hin zu hochkomplexen, anspruchsvollen Weinen das gesamte Spektrum im Keller einzubringen.

Das Leseschlussessen konnten wir mit großer Dankbarkeit gegenüber den großartigen Trauben des Jahrgangs 2011 genießen. Denn in aller Regel ist es so, dass die Qualität eines Jahrgangs im Weingarten gewonnen und im Keller verloren werden kann. Die herrlichen Trauben gaben Anlass zu den größten Hoffnungen, die aber nur bei schonender und sorgfältiger Verarbeitung im Keller erfüllt werden können.

Die Umwandlung von Trauben zum Wein ist ein quasi magischer Prozess, der größter Sorgfalt bedarf!