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Weintagebuch

Endspurt

4. November 2016

Bis auf wenige Parzellen ist es geschafft und Sorgfalt und Ausdauer werden sich wieder einmal als der für uns richtige Weg erweisen: Aus den Rieden Steinmassel, Lamm, Spiegel, Heiligenstein & Co sind hervorragende Qualitäten eingebracht worden. Die Mengen sind durchwachsen. Lamm z.B. benötigte eine akribische Selektion, um die Erwartungen an höchste Güte voll zu erfüllen. Das geht natürlich zu Lasten des Ertrags.

Spiegel und Sponti

Bemerkenswert, wie gehaltvoll die Trauben trotz nicht übermäßiger Zuckerwerte sind, ein Vorteil des doch feuchteren Jahres, das die Nährstoffe im Boden für die Rebe verfügbar hielt. Das macht auch Lust, mehr Fässer als üblich spontan vergären zu lassen und in weniger Fällen auf unsere eigene selektionierte Hefe vom Heiligenstein zurückzugreifen. Das gilt auch für Vincents Spiegel, der im Keller bereits ganz spontan seine Gärung begonnen hat. Gezeigt hatte sich diese „Gärfreude“ bereits zuvor bei den Burgundersorten,  die Fässchen Grauburgunder vom Spiegel, zum Beispiel, machen wirklich Freude.

Ein Dauerlauf um beste Trauben

Einfach herrliche Trauben lieferte zuletzt nach mehrmaliger Vorselektion auch der Käferberg: blitzsauber, vollreif aber nicht überreif. Aromatisch und reich an Extrakt, hier dürfen wir auf einen eleganten, enorm dichten aber nicht zu protzigen, sortentypischen Veltliner hoffen. Das war vielleicht nicht die längste Hauptlese aber sicher seit Jahrzehnten die intensivste, vor allem was die Lese - quasi im Schichtbetrieb - betraf.

Süßes (Wochen-) Ende

Ein paar kleine Weingärten Riesling und Muskateller sind noch nicht geerntet. Dort sind die Beeren gleichmäßig leicht überreif und es besteht die Chance auf tatsächlich feinste Süßweine – wenn das Wetter und vor allem die Natur mitspielt. Denn Rehe und Vögel wie so mancher Wanderer lassen unsere Hoffnungen täglich schwinden!

Wie Marathonläufer über die Ziellinie, so retten wir uns ins höchst verdiente Wochenende – ausrasten, Kraft tanken, während der Wein im Keller unter steter Aufsicht, aber in aller Ruhe, gedeihen möge!