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Weintagebuch

Ernte im Schnee

30. Oktober 2012

Montag vor Allerheiligen überraschte uns der erste Schnee: Rauf auf den Steinmassel, den Schnee abschütteln und die feinen Riesling-Trauben ernten!
Ganz wichtig jetzt: Thermoskannen und Nachlieferung von heißem Tee in den Weingarten, bevor Füße und Hände in der Kälte erstarren!

Die besten Reserveweine stammen in aller Regel von Trauben, die in der Nähe des Gefrierpunktes geerntet wurden, zumeist erst im November nach Allerheiligen und Allerseelen.
Durch das „Leiden“ der Rebstöcke wird das Geschmacksspektrum reichhaltiger: die Vielfalt der unterschiedlichen vollreifen oder schon überreifen Beeren bewirkt, dass die spät gelesenen Weine ungleich prächtiger als die Septemberlesen sind.

Der Zucker bzw. Alkohol hat zuletzt nicht mehr zugenommen, ganz im Gegenteil, vielleicht holt sich der Rebstock noch ein wenig Zucker zurück, bevor er sich in Winterruhe begibt. Auf jeden Fall wird aber der Geschmack reichhaltiger und ausdrucksstärker, wenngleich er etwas von der unbeschwerten Fröhlichkeit und Leichtigkeit der Septemberernten verloren hat.

Die Ernte wird in den nächsten Tagen rasch vorangehen, der Wind entfernt das verbliebene Herbstlaub und trocknet nochmals die verbliebenen Trauben. Niederschläge sind jetzt nur mehr in Form von Schnee, nicht als Regen erwünscht.
Temperaturen tiefer als 7° C wären ein Traum, sehr gerne würden wir wieder einmal einen Eiswein ernten, leider sind die hochgelegenen Lagen auf den Hügeln rund um Langenlois nicht sehr geeignet dafür, Kaltluftseen bilden sich eher in der Ebene.