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Weintagebuch

Kaltluft

27. November 2013

Derzeit werden die letzten süßen, leicht gefrorenen Trauben eingebracht.

Bei kalter, trockener Luft schrumpfen die Beeren zu einem süßen Extrakt. So werden im Moment Auslesen und Beerenauslesen geerntet, vielleicht kommende Woche noch eine Trockenbeerenauslese?

Die Weine versprechen hohe Reife, es ist aber harte Arbeit. Heißer Tee und warme Kleidung schützen gegen die eisige Kälte dieser Tage. Eisig fließt der natürlich konzentrierte Saft von der Presse und muss sich erst tagelang im Keller erwärmen, bevor die Hefen langsam ihr Werk der Verwandlung beginnen können. So viel Süße schaffen aber die besten Hefen nicht, so wird neben dem Alkohol immer auch eine größere Portion an natürlichem Restzucker im Wein verbleiben. 2013 wird diese Süße vermutlich in feinster Weise durch die Säure der Frucht balanciert sein.

In einem langen, langsamen Herbst sind diese spätgelesenen Weine nicht der Mittelpunkt, sie schließen aber den Kreis der selektiven Ernte, die im September mit den leichten, säurebetonten Sektgrundweinen begonnen hat, sich dann über alle klassischen Lagen erstreckt und zuletzt im Spätherbst den süßen Abschluss findet.

Die Helden dieser Tage sind die Weinleser und Weinleserinnen, die bei sonnigem, aber auch bei beißend kaltem Wetter mit hoher Konzentration, durch die Arbeit der Traubeselektion die Grundlage eines gelungenen Jahrgangs legen.

Willi Bründlmayer