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Weintagebuch

Orangenhaut

26. September 2011

Die wichtigste Entscheidung eines Winzers, glaube ich, ist der richtige Lesezeitpunkt.
Einige Tage zu früh und schon ist es schade, dass nicht das ganze Potenzial der Trauben ausgenützt wurde.
Einige Tage zu spät ist aber auch ein Jammer, manche Lagen, manche Sorten strafen mit Verlust an Leichtigkeit und Frucht.
 
In der Situation befinden wir uns im Moment in Langenlois, am Wochenende um den 24., 25. September, wo die Pinot-Familie (Blauburgunder, Grauburgunder, St Laurent) allmählich - zuerst einmal nur an einzelnen Beeren zu erkennen - beginnt, eine schrumpelige "Orangenhaut" zu entwickeln.
Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Ernte beschleunigt werden muss, auch wenn die Kerne noch nicht wirklich braun gefärbt sind.
Ein zu langes Warten würde hier Noten nach süßer Marmelade hervorbringen, die nicht wirklich bei Kamptaler Weinen erwünscht sind.
So sind alle Weinleser eingeladen, schon früh zum Sonnenaufgang zur Ausfahrt in den Weingarten bereit zu sein.

Witzig ist, dass sich gelegentlich die Grauburgunder Reben  mit Weißburgunderanteil am selben Stock mischen. Beiliegendes Photo stammt vom Spiegel Grauburgunder. In dieser Art- Grau und Weiss gemischt auf einem Stock -  gibt es etliche Rebstöcke. Geschmacklich sind die grauen und die weißen Trauben bei verbundenen Augen voneinander nicht zu unterscheiden.