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Weintagebuch

Rebschnitt

16. Jänner 2019

Der Jänner steht ganz im Zeichen des Rebschnitts: Es ist eine harte Arbeit, die häufig bei Minus-Temperaturen durchgeführt wird. Manchmal ist es aber besonders schön, so wie im Moment, wenn die Arbeit bei Schnee und Sonne stattfinden kann.

Im Weingut Bründlmayer verzichten wir auf moderne Hilfsmittel wie beispielsweise pneumatische oder Elektroscheren und verwenden vollkommen klassische Handscheren: Niemand soll dazu verleitet werden, durch die Leichtigkeit des Schnitts der Rebe eine unnötig große Wunde zuzufügen.

Sanfter Rebschnitt

Beim sogenannten „sanften Rebschnitt“ nach Simonit & Sirch werden dem Rebstock ganz gezielt keine großen Wunden zugefügt. Bestehende Saftleitbahnen werden respektiert, es wird darauf geachtet, dass keine „Toträume“ im alten Holz des Rebstocks entstehen, die Eingangspforten für Pilzerkrankungen des Holzes sein könnten. Bei uns dürfen die Reben „uralt“ werden, die ältesten in unseren Weingärten sind demnächst 100 Jahre alt und wir wollen, dass sie 120 oder vielleicht sogar 150 Jahre alt werden können! Der Wein aus alten Rebstöcken ist besonders ausgewogen und charaktervoll! Durch den schonenden Handschnitt wird nicht nur der Energiefluss der Rebe respektiert, sondern auch  Holzkrankheiten wie der gefürchteten Esca vorgebeugt.

Kleine Milbe von großer ökologischer Bedeutung

Eine sehr wichtige und interessante Arbeit ist derzeit das Ausbringen von Raubmilben (Typhlodromus pyri) als natürliche Antagonisten der Spinn- und Kräuselmilbe. Dies muss im Jänner während der Winterruhe der kleinen Spinnentiere erfolgen.  Filzstreifen, in denen Raubmilben ruhen,  werden um den Stamm der Weinstöcke herum gelegt. Bei den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling wandern die Milben von den Filzstreifen auf das alte Holz des Rebstamms, wo sie sich später auch zurückziehen und überwintern.

Neben tierischer Beute, wie Spinnmilben, Kräuselmilben, Blattgallmilben, Pockenmilben, Schildlauslarven oder Thripsen, kann sich die Raubmilbe auch von pflanzlicher Nahrung, z.B. Blütenpollen oder Perldrüsen der Reben, ernähren. Fortan sind diese ca. 0,7 mm großen nützlichen Tierchen unsere Freunde und Partner: Sie beschützen den Weingarten und wir müssen Sorge tragen, dass sie nicht von uns Menschen geschädigt werden.