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Weintagebuch

Ruhiger Ernteverlauf

17. September 2012

Mitte September schließt sich das „Fenster“ für die Ernte der Trauben der Sektgrundweine (Brut, Extra Brut, Brut Rosé).
Die Früchte verlieren jetzt ihre Leichtigkeit und zupackende Säure; Kraft, Reife und Schmelz gewinnen allmählich die Oberhand.
 
Jetzt lassen sich Weine im klassisch leichteren Bereich zwischen 11,5 und 12% vol. Alkohol ernten, herrliche, gesunde Trauben von geradliniger Frucht, die die vergangenen Wochen geringfügig unter Trockenstress gelitten haben. Ein Landregen mit 28 mm Niederschlag hat dieses Problem vorläufig beseitigt und die Trockensituation im Weingarten entspannt.

Neben der Ernte der feinen, leichtern Weine, z.B. Grüner Veltliner L+T oder Langenloiser Rosé sind noch andere Aufgaben zu erledigen: Die kräftige Sonne von Ende August, Anfang September hat auf den empfindlichen Riesling-Trauben in den Lagen Steinmassel und Heiligenstein sichtbare Spuren hinterlassen: Trauben oder Traubenteile werden aufgrund des „Sonnenbrands“ ausgeschnitten.
Ideale Licht- und Belüftungsverhältnisse für die Trauben sind unser Ziel:
Die Weingärten werden durchgegangen und überall, wo die Blätter die Trauben zu dicht beschatten, wird Laub entfernt, so dass alle Trauben luftig, aber nicht gänzlich der Sonne ausgesetzt, im Halblicht bzw. im Halbschatten hängen.
Diese Laubentfernung ist ein sensibler, arbeitsintensiver Handgriff, nicht zu viel und nicht zu wenig soll entfernt werden. Sonnenstrahlen fördern die Zuckeraufnahme und die Gerbstoff- und Farbstoffbildung, wichtig insbesondere bei den Rotweintrauben. Schatten begünstigt den fruchtigen Geschmack, aber zu viel Schatten lässt die Früchte grün und hart oder sogar frühzeitig faul werden. Wie in vielen Angelegenheiten des Weinbaus kommt es auf das „richtige Maß“ an.