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Weintagebuch

Septemberregen

15. September 2014

Die überdurchschnittlichen Niederschläge Anfang September, sowie die hohe Luftfeuchtigkeit, haben in vielen Weinbaugebieten zu massiven Problemen geführt.

In Oberitalien und auch in Österreich, vor allem in Weingärten, die nahe an einer Wasserfläche liegen, kam es bereits zum Aufplatzen der Beeren.
In den Hügeln des Kamptals steht man knapp davor.  Kühle Nächte und eine Abtrocknung in den nächsten Wochen könnten hier die Situation retten und letztlich zu feinen und reifen Trauben führen.

Vergleichbar feuchtes Wetter zu Herbstbeginn gibt es in vielen Jahren in den Gebieten nahe der Atlantikküste,  in der Champagne und  dem Loire-Tal. Unsere Sektgrundweine, die zum großen Teil schon geerntet wurden, werden heuer in Säure und Rasse witterungsbedingt den Champagnerweinen recht ähnlich sein:  Leichtigkeit, hohe Säure und feine Stilistik prägen den Sektjahrgang 2014.
Trockenes Wetter fördert intensive, gerbstoffreiche Aromatik, feuchtes und schattiges Wetter grüne, frische und gerbstoffarme Frucht. Das Kamptal ist häufig mit schönem und trockenem Herbstwetter gesegnet, 2014 wird ein Ausnahmejahrgang, ob ausnehmend gut oder ausnehmend schlecht ist im Moment noch nicht sicher zu sagen, die kommenden Wochen werden das entscheiden.

Unbedingt erforderlich ist es, bei der manuellen Ernte jede Traube von allen Seiten zu betrachten und alles Faule zu Boden zu schneiden. Nur gesunde Trauben dürfen in die Weinpresse!
Sehr hilfreich ist heuer die Begrünung der Weingartenzeilen, die viel überschüssiges Wasser aufnimmt. Tiefwurzelnde alte Reben sind von überbordenden Regenfällen weniger gefährdet als junge Reben, die noch oberflächlich wurzeln und unter der Wassersättigung leiden. Alte Reben sind 5 bis 10 m tief verwurzelt, dort, tief unten im Erdreich, regiert noch die Feuchtigkeit des vergangenen Winters und Frühjahrs – also fast normale Verhältnisse.