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Weintagebuch

Und immer weiter schneiden…

29. Jänner 2021

Der Rebschnitt dominiert die Aufgaben im Weingarten. Diese langwierige, harte Arbeit hat auch schöne Momente. Man bewegt sich Tage lang in der Natur und nimmt dort immer wieder beeindruckende Bilder mit. 

Wir arbeiten nach dem Prinzip des „sanften Rebschnitts“, versuchen, wo möglich, große Wunden zu vermeiden, um Krankheitserregern keine Tore zu öffnen. Bestehende Saftleitbahnen werden respektiert, und möglichst viel vitales Holz soll als „Speicher für harte Zeiten“ zur Verfügung stehen. Der Rebstock soll widerstandsfähig gegenüber Stress und Erkrankungen gemacht werden und häufigen aber moderaten Stress im Laufe des Jahres zulassen.

„Rebendoktor“ unterwegs!

In den wertvollsten alten Weingärten zählt jeder gesunde Stock! Manchmal erkranken einzelne Reben trotz aller Vorsorge. Eine komplexe Pilzkrankheit z.B. ist „Esca“. Sie dringt durch die Klimaerwärmung aus den wärmeren Regionen zunehmend auch in unsere Gegend vor. In der langsamen Form können befallene Stöcke oft jahrelang darben, bis sie schließlich völlig absterben. Die Entfernung der befallenen Stellen kann jedoch das Leben des Stocks wesentlich verlängern. Im Gegensatz zur Vorsorge müssen hier große „Wunden“ am Stock behandelt werden. Die Operation lässt sich mit einer Sitzung beim Zahnarzt vergleichen, wo der gefürchtete Bohrer mit großem Erfolg gegen Karies vorgeht. In unserm Fall ist es eine kleine Säge, mit der unsere geübtesten Leute die erkrankten Stellen säuberlichst ausschneiden. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass nach dem Eingriff gut 90 % der „Patienten“ wieder gesunden. Zeit und Aufwand rechtfertigen sich vor allem in den besten Lagen, wie am Zöbinger Heiligenstein.