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Weintagebuch

Durchatmen kurz vor der Lese

20. August 2018

So wie es aussieht werden wir bald mit der Lese beginnen!

Besonders zuversichtlich stimmt uns, dass alle Weingärten mit heutigem Stand zu 100% gesund sind! Die Verfärbung der frühen roten Sorten begann bereits Mitte Juli, ein Indikator für eine frühe Reife. Wir sind ungefähr 10 Tage vor der bereits sehr frühen 2017er Lese.

Die Trockenheit des langen, heißen Sommers wurde in den Rieden um Langenlois wunderbarerweise durch mehr oder weniger ausgiebige Regenschauer unterbrochen, die den Pflanzen sehr gut taten. Zuletzt bekamen wir Ende Juli noch einmal 55 Liter Wasser pro m²! Damit hält sich bis heute der Trockenstress in Grenzen. Unsere Junganlagen werden wir aber wieder frühzeitig entlasten, um ihr Wachstum langfristig nicht zu gefährden. Für das Wochenende sind erneut ein paar Niederschläge angesagt und die könnten wir auch noch gut brauchen. In der Folge hoffen wir natürlich auf einen kühleren, eher trockenen und doch auch wieder sonnigen Herbst.

In der Champagne hörten wir bei einem Kollegen-Besuch, dass man in renommierten Weingütern mit der Ernte beginnt, wenn in den Rieden die „Fetthennen“ (Sedum) blühen. Nun gibt es allein in Europa ca. 100 Arten dieser Dickblattgewächse, die sich mit ihren wasserspeichernden Blättern gut auf kargen Böden und bei Trockenmauern halten können. Bei uns blüht tatsächlich derzeit auch eine Fetthenne in schönen rosa Schattierungen. Als alleinigen Indikator wollen wir dies natürlich nicht gelten lassen. Die frühen Sorten schmecken aber doch auch schon sehr gut – einzelne Stile beginnen zu verholzen, manche Kerne verfärben sich. Erste „100-Beeren-Proben“ zeugen bereits von einer außerordentlich fortgeschrittenen Reife (dabei wird ein Mix unterschiedlichster Beeren aus einem Weingarten entnommen, gepresst und die Qualität des Safts bestimmt).

Noch nie zuvor wurden so viele Trauben geteilt wie heuer in unseren Weingärten. Die tollen Zweigelt Lagen, Pinot Noir am Dechant, Chardonnay, Grau- und Weißburgunder, Grüner Veltliner am Spiegel und der „Lamm“ sehen schon vielversprechend aus, aber noch ist ihre Zeit nicht gekommen! Vorerst läuft einmal der Count Down zur Lese der Zweigelt- und Pinot Noir Trauben für den Sekt-Grundwein.

Das wird spannend genug, denn das Fenster für die benötigten, herausragenden Qualitäten – leicht und doch geschmackvoll – frisch und doch nicht grasig grün – wird eng sein und höchste Konzentration ist gefordert!