Weintagebuch
Walzen statt mähen
Es ist diese Phase zwischen Frühling und Sommer, in der die Pflanzen am meisten Energie benötigen. Die wohltuenden Niederschläge Mitte Mai haben das vegetative Wachstum stimuliert und kurz für Entspannung gesorgt. Seit einer Woche ist der Frühsommer zurück. Unsere Weingärten erleben diese erneute trockene, heiße Periode als Belastung, die durch die Konkurrenz der hochwachsenden Bodenbegrünung verstärkt wird. Wir reagieren rechtzeitig und effektiv, indem wir die Gründecke zwischen den Rebzeilen nicht mähen, sondern walzen. Dabei werden Gräser und Leguminosen umgeknickt und bilden eine schützende Decke, die den Boden vor Austrocknung schützt. Die freiwerdenden Ressourcen (von den Stickstoff mobilisierenden Bakterien an den Wurzeln der Pflanzen*) mildern wie die Bodenfeuchte den Stress der Reben. Das liegende Gras hat bereits geblüht und trägt Samen, die trocknen, abfallen und beizeiten zu einer neuerlichen Begrünung beitragen mögen.
