Weintagebuch
Schutz und Pflege
Nach erquickenden Niederschlägen hat das Wachstum Fahrt aufgenommen. Mit dem Einzug des Sommers wogt nun eine erste Hitzewelle über das Kamptal. Dies bedeutet eine intensive Arbeitsphase in den Weingärten. Die begleitende Pflege und der Schutz der Reben ist für die Qualität der Trauben entscheidend. Am Boden werden über den Wurzeln konkurrierende Beikräuter entfernt; die Stämme werden geputzt, das heißt von nutzlosen, Energie raubenden Schösslingen befreit; überzählige Triebe vom einjährigen Holz abgepflückt (Ausgeizen), die verbleibende Laubwand wird mit biologischem Pflanzenschutz besprüht, die Ranken später in die Drahtrahmen eingestrickt. Ein Teil der Blätter in der Traubenzone wird entnommen, um diese gut durchlüftet und doch im Halbschatten zu halten.
Die Blüte ist in vielen Weingärten noch im Gange, am Stock verläuft sie heuer etwas unregelmäßig. Manche Trauben haben fast Erbsengröße erreicht, während unweit noch blühende Rispen zu sehen sind. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich solche Unterschiede in der Vegetation im Laufe der Reife zu einem großen Teil ausgleichen. Aber auch dies wird vom Witterungsverlauf im Sommer abhängen.
