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Weintagebuch

Nur ein paar Tropfen

27. September 2019

Das herrliche Herbstwetter hat eine weitere Woche gehalten. Ein kleines Tiefdruckgebiet zieht im Moment über Österreich aber bis auf ein paar Tropfen haben wir nichts gespürt.

Die frischen Nächte haben allen Früchten unglaublich gutgetan. Die Aromen sind vielschichtig und expressiv. Die letzten wunderbaren Pinot Noir und Chardonnay Trauben werden soeben eingebracht, danach kommen leichtere, würzige Grüne Veltliner, Kamptaler Terrassen, sowie weitere, fruchtig pfeffrige Zweigelt Trauben.

Gestern ernteten wir die feinsten Trauben für eine Zweigelt Reserve. Im Frühsommer hatte wir diese Trauben „geteilt“: Mit einer Schere wurde von der Spitze weg gemessen ca. ein Drittel bis die Hälfte einer jeden Traube abgeschnitten. Diese Qualitätsmaßnahme sorgt nach dem „Ausgeizen“ und der sogenannten „Grünlese“ für eine weitere starke Reduktion der Menge zu Gunsten von Konzentration und Komplexität. Die händische Traubenteilung verschafft den restlichen Beeren genügend Raum, um nach dem Traubenschluss nicht zu dicht aneinander gepresst zu stehen, die Beeren, auch wenn sie sehr reif uns süß werden, bleiben so gesund. Aufgeplatzte Beeren wären natürlich ein idealer Tummelplatz für alle möglichen unerwünschten Bakterien und Pilze, die wir nie in einem Gärbottich haben wollen.

Es ist jetzt eine wahre Freude durch die Rebzeilen zu gehen und immer wieder eine Beere zu kosten. Würzig, frisch mit Anklängen an Schwarzkirschen wecken die Trauben die Neugier auf den zukünftigen Trunk! Solche Spaziergänge durch die Weingärten machen wir klarerweise nicht nur zum Spaß: Derzeit geht es etwa darum, weitere 100 Beerenproben durchzuführen (siehe Eintrag vom 23.8.). Wir sind im wahrsten Sinne mitten in der Lese angelangt und können nur hoffen, dass es weiter so gut vorangeht wie bisher!