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Weintagebuch

Zur Blüte 2022

27. Juni 2022

Eine lange Blühphase 2022 (fast 3 Wochen) war mit Ende letzter Woche abgeschlossen, eine Woche früher als 2021. Ab Mitte September dürfen wir im Kamptal also mit dem Beginn der Hauptlese rechnen. Die Witterung während der Blüte war warm und unbeständig mit wiederholten Regenfällen vor allem in der früheren Blühphase. Dementsprechend unterscheidet sich der Verlauf der Blüte: Frühere Sorten sind stärker „verrieselt“, das heißt, viele der Blüten am Geschein blieben unbefruchtet (unbefruchtete Blütenteile „rieseln“ wie leichter Sand bei Berührung auf den Boden). Der ursprüngliche Fruchtansatz war aber gut in diesem Jahr, und das „Verrieseln“ hat im Qualitätsweinbau dann auch Vorteile: Drängen sich nämlich zu viele Beeren an einer Traube könnten reife Beerenhäute vor der Lese aufplatzen und eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten bedeuten. Lockere Trauben trocknen schneller ab und bleiben gesünder. In einigen Fällen erspart sich der Winzer die händische Ertragsreduzierung (Ausdünnen oder Traubenteilen).

Eine wichtige Aufgabe für uns nach der Blüte ist das Wegblasen der unbefruchteten Blütenteile von den jungen Trauben mit Druckluft, da die verbliebenen Blütenreste Fäulnis auf sich ziehen könnten. Im biologischen Weinbau ist die vorbeugende Arbeit besonders wichtig, da sogenannte systemische Pflanzenschutzmittel, die nach der Infektion mit einer Krankheit in den Saftstrom der Weinreben aufgenommen werden, im Bio-Anbau nicht zugelassen sind.