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Weintagebuch

Nach der Blüte

5. Juli 2019

Die Blüte war mit Mitte Juni wieder relativ früh abgeschlossen. Damit werden wir sicher genügend warme Sommer-Wochen haben, um garantiert reife Trauben zu erhalten.  

Die guten Blühbedingungen lassen derzeit auch eine ausreichende Weinernte erwarten. Die Anzahl der Gescheine ist in manchen Lagen doch zu hoch, sodass wir als Zwischenschritt die Entfernung von überzähligen Trauben oder die Halbierung von Trauben einplanen müssen, um eine herausragende Qualität zu sichern.

Einige Lagen sind auf Grund der heißen Tage doch etwas „verrieselt“. Das heißt, dass nur ein Teil der Blütenstände auch wirklich befruchtet wurde. Die welken, unbefruchteten Blütenköpfe rieseln wie leichter Sand bei Berührung in die Hand des Winzers oder auf den Boden. In manchen Jahren kann der Schaden durch eine solch schlechte Blüte enorm sein. In dem heurigen, geringen Ausmaß kommt das Verrieseln dem Qualitätswinzer entgegen, denn die Traube hat viel Zwischenräume um Luft und Licht an die Beeren zu lassen. Zudem ersparen wir uns in solchen Weingärten meist das Ausdünnen.

In jedem Fall müssen wir nun nach der Blüte bedacht sein, die Trauben einerseits einigermaßen frei und luftig zu stellen, andererseits ihnen einen „Sonnenschirm“ aus Blättern zu belassen, damit sie im frühen Stadium ihrer Entwicklung vor steilstehender, aggressiver Mittagssonne geschützt bleiben. So wie grüner Tee das delikateste Aroma entwickelt, wenn er im Halbschatten herangezogen wird, sind auch bei Weintrauben die Halblicht/Halbschattentrauben die feinsten.